Vertriebsprozess

5 E-Mail-Vorlagen für den B2B-Vertrieb: Follow-ups professionell automatisieren

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Maximilian Thieme
Geschäftsführer
10. Mai 202119 Min. Lesezeit

5 E-Mail-Vorlagen für den B2B-Vertrieb: Follow-ups professionell automatisieren

Überblick: Warum E-Mail-Vorlagen Ihren Vertriebserfolg revolutionieren

Kernaussage: Wachstumsstarke B2B-Unternehmen nutzen durchschnittlich 16 Touchpoints pro Interessent innerhalb von 2-4 Wochen. E-Mail-Vorlagen ermöglichen es Ihrem Vertriebsteam, diese hohe Kontaktfrequenz professionell, konsistent und zeiteffizient umzusetzen.

E-Mails sind im B2B-Marketing und Vertrieb ein unverzichtbares Instrument. Sie sind kosteneffizient, messbar und skalierbar. Diese Kombination macht sie zum idealen Werkzeug für systematische Kundengewinnung und -pflege.

Die harten Fakten: Während E-Mail-Marketing im Consumer-Bereich mit Öffnungsraten von 2-3 Prozent kämpft, erzielen gut strukturierte B2B-Vertriebs-E-Mails Öffnungsraten zwischen 15-25 Prozent und Response-Raten von 5-10 Prozent. Der Unterschied? Personalisierung, Relevanz und professionelle Follow-up-Strategien.

Was Sie in diesem Leitfaden erwartet

Sie erhalten 5 sofort einsetzbare E-Mail-Vorlagen für die kritischsten Situationen im Vertriebsprozess:

  1. Nach einem Verkaufsgespräch oder Meeting
  2. Wenn Entscheidungsträger sich intern beraten müssen
  3. Nach einer Voicemail oder Anrufbeantworter-Nachricht
  4. Das strategische Follow-up nach dem Follow-up
  5. Die professionelle Abschieds-E-Mail

Die strategische Bedeutung von E-Mail-Vorlagen im modernen Vertrieb

Marketing vs. Vertrieb: Der entscheidende Unterschied

Im Marketing dienen E-Mails primär der Leadgenerierung und Nurturing-Kampagnen. Die Zielsetzung ist klar: Konversionsraten von Öffnungen zu Klicks zu Leads maximieren. Jede Kampagne wird getrackt, A/B-getestet und optimiert.

Im Vertrieb hingegen werden E-Mails oft noch immer ad-hoc verfasst: Jeder Vertriebler schreibt individuelle Nachrichten, ohne Struktur, ohne Messbarkeit, ohne Optimierungspotenzial. Das Ergebnis? Verschwendete Zeit, inkonsistente Kommunikation und verlorene Geschäftschancen.

Die Lösung: Vertriebliche E-Mail-Sequenzen systematisieren

Stellen Sie sich vor, Sie würden Ihre vertrieblichen E-Mail-Sequenzen mit der gleichen Akribie auswerten und optimieren wie Marketing-Kampagnen:

  • Zeitersparnis: Ihre Vertriebsmitarbeiter sparen täglich 30-60 Minuten durch vorgefertigte, erprobte Vorlagen
  • Konsistenz: Jeder Kunde erhält die gleiche professionelle Kommunikationsqualität
  • Messbarkeit: Sie können Öffnungsraten, Response-Raten und Conversion-Raten pro Vorlage tracken
  • Optimierung: Nicht-performende Formulierungen werden eliminiert, erfolgreiche verstärkt
  • Skalierbarkeit: Neue Team-Mitglieder können sofort mit Best-Practice-Kommunikation starten

Der psychologische Vorteil der Mehrkanal-Kontaktierung

Hier ist eine oft übersehene Vertriebswahrheit: Die wenigsten Ihrer Wettbewerber gehen die Extrameile.

Wer sendet eine Sprachnachricht via LinkedIn UND eine E-Mail UND ruft telefonisch an? Die Annahme vieler Vertriebler: "Das ist zu aufdringlich, das verschreckt den Kunden."

Die Realität sieht anders aus: Entscheidungsträger in Unternehmen erhalten täglich 30-50 Verkaufskontaktversuche. Sie filtern aggressiv. Ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen erfordert Persistenz UND Professionalität.

Wenn Sie als einer der wenigen mehrere Kanäle intelligent kombinieren - ohne aufdringlich zu wirken - demonstrieren Sie:

  • Engagement: Sie nehmen diesen Kunden ernst
  • Professionalität: Sie haben ein System, keine zufälligen Aktionen
  • Wertschätzung: Sie investieren echte Zeit in diese Beziehung

Voraussetzungen: So bereiten Sie Ihre E-Mail-Vorlagen-Infrastruktur vor

CRM-Integration als Erfolgsgarant

E-Mail-Vorlagen entfalten ihr volles Potenzial nur in Verbindung mit einem professionellen CRM-System wie Pipedrive, HubSpot oder Salesforce.

Warum CRM unverzichtbar ist:

  • Platzhalter-Automatisierung: Name, Unternehmen, spezifische Details werden automatisch eingefügt
  • Trigger-basiertes Versenden: E-Mails werden automatisch versendet, wenn bestimmte Ereignisse eintreten
  • Tracking: Sie sehen exakt, wann Ihre E-Mails geöffnet wurden und wer auf Links klickt
  • Sequenzen: Sie können mehrstufige Kampagnen aufsetzen, die automatisch ablaufen
  • Reporting: Sie erkennen, welche Vorlagen die besten Ergebnisse erzielen

Platzhalter intelligent nutzen

Ihre Vorlagen sollten strategische Platzhalter für folgende Elemente enthalten:

  • Persönliche Daten: Anrede, Vorname, Nachname, Position
  • Unternehmensdaten: Firmenname, Branche, Standort
  • Gesprächsspezifika: Besprochene Herausforderungen, genannte Ziele
  • Ressourcen: Links zu relevanten Case Studies, Whitepapers, Tools
  • Zeitangaben: Datum des letzten Kontakts, vereinbarte Folgetermine
  • Freitext-Bereiche: Für individuelle Anpassungen bei Bedarf

Die Handlungsaufforderung (Call-to-Action)

Jede E-Mail muss mit einer klaren, spezifischen Handlungsaufforderung enden. Vage Formulierungen wie "Melden Sie sich gerne bei mir" sind Gift für Ihre Conversion-Rate.

Schwache CTAs:

  • "Bei Interesse können Sie sich melden"
  • "Lassen Sie mich wissen, wenn Sie Fragen haben"
  • "Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung"

Starke CTAs:

  • "Haben Sie am Dienstag, 14:00 Uhr oder Mittwoch, 10:00 Uhr 20 Minuten Zeit für ein kurzes Telefonat?"
  • "Können Sie mir bis Freitag mitteilen, ob Sie Interesse an einer Testphase haben?"
  • "Welcher der beiden Ansätze passt besser zu Ihrer aktuellen Situation: Option A oder Option B?"

Die 5 unverzichtbaren E-Mail-Vorlagen für Ihren Vertrieb

Vorlage 1: Nach einem Verkaufsgespräch oder Meeting

Verwendungszweck: Diese E-Mail versenden Sie unmittelbar nach einem positiven Verkaufsgespräch, sei es telefonisch oder persönlich.

Strategische Zielsetzung:

  • Gesprächsinhalte dokumentieren und festigen
  • Commitment manifestieren
  • Verbindlichkeit schaffen
  • Vertrauen durch Professionalität aufbauen

Erfolgsgeheimnis: Versenden Sie diese E-Mail idealerweise innerhalb von 2 Stunden nach dem Gespräch. Studien zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit einer positiven Response um 35 Prozent sinkt, wenn Sie länger als 24 Stunden warten.

Praxis-Tipp: Was Sie im Verkaufsgespräch beachten sollten

Fragen Sie bereits gegen Ende des Verkaufsgesprächs nach einem konkreten Folgetermin oder vereinbaren Sie spezifische nächste Schritte. Notieren Sie sich:

  • Genannte Herausforderungen (in den Worten des Kunden)
  • Vereinbarte nächste Schritte
  • Namen weiterer Stakeholder
  • Zeitrahmen für Entscheidungen
  • Spezifische Interessen oder Prioritäten

DIE VORLAGE:

Betreff: Meeting-Zusammenfassung [Ihr Unternehmen] & [Kundenunternehmen] - Nächste Schritte

Sehr geehrte/r [Anrede] [Nachname],

vielen Dank für das konstruktive Gespräch heute. Es war sehr aufschlussreich, mehr über Ihre spezifische Situation bei [Unternehmen] und insbesondere die Herausforderungen mit [genannte Herausforderung 1] und [genannte Herausforderung 2] zu erfahren.

Kurze Zusammenfassung unseres Gesprächs:

Wir haben besprochen, wie [Ihr Produkt/Service] Ihnen konkret helfen kann:

  • [Produktvorteil 1], speziell zugeschnitten auf Ihre Herausforderung mit [spezifisches Problem]
  • [Produktvorteil 2], der Ihnen helfen wird, [spezifisches Ziel] zu erreichen
  • [Produktvorteil 3] mit einem ROI von [konkrete Zahl oder Zeitrahmen]

Versprochene Ressourcen:

Wie zugesagt, hier die Materialien, die Sie bei Ihrer Evaluierung unterstützen:

  • [Case Study / Whitepaper 1 mit Link]
  • [Produktdemo / Video 2 mit Link]
  • [Referenz / Testimonial 3 mit Link]

Vereinbarte nächste Schritte:

  • [Datum, Uhrzeit]: Folgegespräch mit [Person 1] und [Person 2] zum Thema [spezifisches Thema]
  • Bis [Datum]: [Kundenname] prüft intern [spezifische Aufgabe]
  • Bis [Datum]: Ich sende Ihnen [spezifisches Dokument/Angebot]

Bitte lassen Sie mich wissen, wenn sich an diesen Rahmenbedingungen etwas ändert oder wenn Sie vorab weitere Informationen benötigen.

Ich freue mich auf unseren nächsten Austausch am [Datum].

Beste Grüße, [Ihre Signatur mit Kontaktdaten]

P.S.: Falls Sie vor unserem Termin Fragen haben, erreichen Sie mich jederzeit unter [Direktnummer] oder per E-Mail.


Vorlage 2: Wenn Entscheidungsträger sich intern beraten müssen

Verwendungszweck: Ihr Ansprechpartner muss sich mit Kollegen, Vorgesetzten oder anderen Stakeholdern abstimmen, bevor eine Entscheidung getroffen werden kann.

Strategische Zielsetzung:

  • Momentum aufrechterhalten
  • Zusätzliche Entscheider identifizieren
  • Informationen für interne Überzeugungsarbeit liefern
  • Verbindlichkeit einfordern

Die versteckte Gefahr: In dieser Phase verlieren 60 Prozent aller Verkaufschancen ihre Dynamik. Der ursprüngliche Ansprechpartner wird mit anderen Prioritäten konfrontiert, die interne Abstimmung zieht sich hin, der Deal "versandet".

Ihre Strategie: Bleiben Sie präsent, ohne aufdringlich zu wirken. Liefern Sie Materialien, die Ihren Champion intern stärken.

Insider-Tipp: Multi-Threaded Selling

Versuchen Sie bereits im ersten Gespräch, die Namen aller Entscheidungsträger zu erfahren:

"Wer ist neben Ihnen noch an dieser Entscheidung beteiligt? Mit wem sollte ich idealerweise auch sprechen, um alle Perspektiven zu verstehen?"

DIE VORLAGE:

Betreff: Unterstützung für Ihre interne Evaluierung bei [Kundenunternehmen]

Sehr geehrte/r [Anrede] [Nachname],

vielen Dank für das offene Gespräch am [Datum]. Ich schätze Ihre Transparenz bezüglich des internen Abstimmungsprozesses mit [Person/Abteilung] sehr.

Um Sie bei Ihrer internen Evaluierung bestmöglich zu unterstützen, habe ich die wichtigsten Punkte unseres Gesprächs in einem kompakten One-Pager zusammengefasst, den Sie gerne intern teilen können [Link zum Dokument].

Zusätzliche Informationen für Ihre interne Präsentation:

  • ROI-Kalkulation speziell für [Kundenunternehmen]: [Link]
  • Referenz eines vergleichbaren Unternehmens aus Ihrer Branche: [Link]
  • Technische Dokumentation für Ihre IT-Abteilung: [Link]

Meine Frage an Sie:

Sie haben erwähnt, dass Sie sich mit [Name/Position] beraten möchten. Wäre es sinnvoll, wenn ich an einem kurzen Termin mit [Person] teilnehme, um eventuelle technische oder strategische Fragen direkt zu klären? Das könnte Ihren internen Prozess beschleunigen.

Wann planen Sie die interne Abstimmung abzuschließen? Können wir für [konkretes Datum in 5-7 Tagen] ein kurzes 15-minütiges Telefonat vereinbaren, um den Status zu besprechen?

Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihr Vertrauen.

Beste Grüße, [Ihre Signatur]


Vorlage 3: Direkt nach einer Voicemail oder Anrufbeantworter

Verwendungszweck: Sie haben Ihren Gesprächspartner telefonisch nicht erreicht und eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter oder der Mailbox hinterlassen.

Strategische Zielsetzung:

  • Multichannel-Touchpoint schaffen
  • Professionalität demonstrieren
  • Handlungsoption anbieten
  • Aus der Masse hervorstechen

Die Psychologie dahinter: Entscheidungsträger ignorieren häufig Voicemails von unbekannten Nummern. Eine zusätzliche E-Mail erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Response um 45 Prozent, weil:

  1. Sie auf zwei Kanälen präsent sind
  2. Die E-Mail Links und Informationen enthält, die in einer Voicemail nicht vermittelbar sind
  3. Sie zeigen, dass Sie sich echte Mühe geben
  4. Die E-Mail kann zu einem günstigeren Zeitpunkt gelesen werden

Die perfekte Voicemail

Halten Sie Ihre Voicemail kurz (30-45 Sekunden maximal):

"Guten Tag Herr/Frau [Name], hier ist [Ihr Name] von [Unternehmen]. Ich rufe Sie an, weil [knapper, spezifischer Grund, der Relevanz schafft]. Ich habe Ihnen gerade eine E-Mail mit weiteren Informationen geschickt. Sie erreichen mich unter [Nummer]. Ich freue mich auf Ihren Rückruf."

DIE VORLAGE:

Betreff: Kurze Voicemail hinterlassen - [Spezifisches Thema]

Sehr geehrte/r [Anrede] [Nachname],

ich habe gerade versucht, Sie telefonisch zu erreichen und eine kurze Nachricht auf Ihrer Mailbox hinterlassen.

Der Grund meines Anrufs:

Ich habe gesehen, dass [Kundenunternehmen] aktuell [spezifische Situation/Herausforderung/Initiative]. Wir haben kürzlich [vergleichbares Unternehmen/Branche] dabei geholfen, [spezifisches Ergebnis] zu erreichen, und ich dachte, ein kurzer Austausch könnte wertvoll für Sie sein.

Was ich Ihnen mitbringen würde:

  • [Konkreter Nutzen/Insight 1]
  • [Konkreter Nutzen/Insight 2]
  • [Konkreter Nutzen/Insight 3]

Hier ist eine relevante Case Study aus Ihrer Branche: [Link]

Zwei einfache Optionen:

  1. Rufen Sie mich zurück unter [Direktnummer]
  2. Oder nutzen Sie diesen Link, um direkt einen 20-minütigen Termin in meinem Kalender zu buchen: [Calendly-Link o.ä.]

Wann würde es Ihnen am besten passen: Diese Woche Donnerstag/Freitag oder nächste Woche Dienstag/Mittwoch?

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Beste Grüße, [Ihre Signatur]


Vorlage 4: Das Follow-up nach dem Follow-up

Verwendungszweck: Sie hatten bereits mehrere Kontaktpunkte, aber noch keine finale Entscheidung. Der Deal droht einzuschlafen.

Strategische Zielsetzung:

  • Projekt wieder beleben
  • Neue Informationen oder Anreize einbringen
  • Dringlichkeit schaffen (ohne zu manipulieren)
  • Commitment oder klare Absage erhalten

Die Statistik, die Sie kennen sollten: Wachstumsstarke Unternehmen haben durchschnittlich 16 Touchpoints pro Interessent innerhalb von 2-4 Wochen. Die Mehrheit der Vertriebler gibt jedoch nach 2-3 Kontaktversuchen auf.

Der Wettbewerbsvorteil: Wenn Sie systematisch, professionell und wertschöpfend dranbleiben, gewinnen Sie Geschäfte, die Ihre Wettbewerber durch vorzeitiges Aufgeben verlieren.

Was Sie NICHT tun sollten

Vermeiden Sie diese typischen Follow-up-Fehler:

  • "Ich wollte nur nachfragen, ob Sie schon eine Entscheidung getroffen haben"
  • "Haben Sie meine letzte E-Mail erhalten?"
  • "Sind Sie noch interessiert?"

Was Sie stattdessen tun sollten: Liefern Sie in jedem Follow-up neuen Wert - neue Informationen, neue Insights, neue Anreize.

DIE VORLAGE:

Betreff: [Kundenunternehmen] + [Ihr Unternehmen]: Neue Erkenntnisse, die Sie interessieren könnten

Sehr geehrte/r [Anrede] [Nachname],

unser letzter Kontakt liegt nun einige Wochen zurück, und ich bin nach wie vor überzeugt, dass eine Zusammenarbeit zwischen [Kundenunternehmen] und [Ihr Unternehmen] erhebliches Potenzial bietet.

Seit unserem letzten Gespräch haben sich einige interessante Entwicklungen ergeben:

  1. Neue Kundenerfolge: Unser Kunde [vergleichbares Unternehmen] hat nach 3 Monaten Einsatz unserer [Lösung] einen Umsatzanstieg von [X Prozent] verzeichnet - hier die detaillierte Case Study: [Link]

  2. Produktverbesserungen: Wir haben [neue Funktion] eingeführt, die speziell das Thema [Kundenherausforderung] adressiert

  3. Exklusives Angebot: Für Implementierungen bis [Datum] bieten wir [spezifischer Vorteil: z.B. erweiterte Schulung, Rabatt, Priority Support]

Zwei Fragen an Sie:

  1. Hat sich Ihre Prioritätensetzung bezüglich [Thema] in den letzten Wochen verändert?
  2. Macht es Sinn, dass wir in einem 20-minütigen Termin besprechen, wie sich die neuen Entwicklungen konkret auf [Kundenunternehmen] auswirken könnten?

Wenn das Thema für Sie aktuell nicht relevant ist, lassen Sie es mich bitte wissen - dann melde ich mich in [X Monaten] wieder, wenn [spezifisches Ereignis: z.B. neues Geschäftsjahr, Budgetfreigabe etc.].

Ich schätze Ihre Zeit und möchte sicherstellen, dass meine Kontaktaufnahme für Sie wertvoll ist.

Beste Grüße, [Ihre Signatur]

P.S.: Hier ist ein kurzes 2-Minuten-Video, das die neue Funktion demonstriert: [Link]


Vorlage 5a: Die weiche Abschieds-E-Mail

Verwendungszweck: Nach mehreren erfolglosen Kontaktversuchen möchten Sie professionell abschließen, aber die Tür offen halten.

Strategische Zielsetzung:

  • Pipeline aufräumen
  • Professionalität auch beim "Scheitern" demonstrieren
  • Zeitpunkt für erneuten Kontakt vereinbaren
  • Oft: Paradoxerweise eine Response provozieren ("Reverse Psychology")

Das Phänomen: Diese E-Mail hat oft überraschend hohe Response-Raten (15-25 Prozent), weil sie nicht verkauft, sondern um Erlaubnis fragt.

DIE VORLAGE:

Betreff: Unser Timing scheint nicht zu passen - [Kundenunternehmen]

Sehr geehrte/r [Anrede] [Nachname],

ich habe in den letzten Wochen mehrfach versucht, mit Ihnen in Kontakt zu treten, weil ich überzeugt bin, dass [Ihr Unternehmen] [Kundenunternehmen] dabei unterstützen könnte:

  • [Spezifisches Ergebnis 1] zu erreichen
  • [Spezifisches Ergebnis 2] zu verbessern
  • [Spezifisches Ergebnis 3] zu optimieren

Offensichtlich ist dies aktuell nicht die richtige Priorität für Sie - und das ist völlig in Ordnung.

Mein Vorschlag:

Ich möchte Sie nicht mit weiteren E-Mails oder Anrufen stören. Daher plane ich, mich erst wieder in [6 Monaten / Q3 2025 / zum Jahresstart] bei Ihnen zu melden, es sei denn, Sie signalisieren mir, dass Sie das Thema früher evaluieren möchten.

Falls Sie doch interessiert sind, an einer Test- oder Pilotphase teilzunehmen:

Ich kann Ihnen innerhalb von [Zeitrahmen] eine maßgeschneiderte Testumgebung einrichten, damit Sie [Lösung] risikofrei evaluieren können - ganz ohne Verpflichtung.

In der Zwischenzeit werde ich die Entwicklungen bei [Kundenunternehmen] weiterverfolgen und würde mich freuen, wenn sich unsere Wege zu einem späteren Zeitpunkt kreuzen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit [aktuelles Projekt/Initiative, falls bekannt].

Beste Grüße, [Ihre Signatur]


Vorlage 5b: Die direkte Abschieds-E-Mail

Verwendungszweck: Für erfahrene Vertriebsprofis, die mit direkter Kommunikation arbeiten und klare Commitments einfordern.

Strategische Zielsetzung:

  • Absolute Klarheit schaffen
  • Pipeline-Hygiene gewährleisten
  • Zeit nicht mit "vielleicht" verschwenden
  • Durch Direktheit Respekt signalisieren

Wann diese Variante nutzen: Wenn Sie bereits mehrere professionelle Kontaktversuche unternommen haben und eine klare Ansage benötigen.

DIE VORLAGE:

Betreff: Pipeline-Bereinigung - Kann ich Ihre Akte schließen?

Sehr geehrte/r [Anrede] [Nachname],

ich räume aktuell meine Vertriebspipeline auf und strukturiere meine Prioritäten für das kommende Quartal.

Ihr Name steht aktuell auf meiner "Zu klären oder zu schließen"-Liste.

Die Situation:

Wir hatten [vor X Wochen/Monaten] über [Thema] gesprochen. Seitdem habe ich mehrfach versucht, das Gespräch fortzusetzen, aber keine Rückmeldung erhalten.

Ich gehe davon aus, dass entweder:

  • Das Timing nicht passt
  • Andere Prioritäten wichtiger geworden sind
  • Die Lösung nicht die richtige für Sie ist

Alles davon ist absolut legitim.

Meine Bitte an Sie:

Um meine Zeit und Ihre respektvoll zu nutzen: Darf ich Ihre Akte schließen?

Falls Sie doch noch Interesse haben, welchen konkreten nächsten Schritt würden Sie vorschlagen?

Ich schätze eine ehrliche Antwort - auch wenn sie "Nein, kein Interesse" lautet - mehr als Unklarheit.

Vielen Dank für Ihre Offenheit.

Beste Grüße, [Ihre Signatur]


Implementation: So setzen Sie E-Mail-Vorlagen systematisch um

Schritt 1: Vorlagen in Ihrem CRM anlegen

Moderne CRM-Systeme wie Pipedrive, HubSpot oder Salesforce bieten native Vorlagen-Funktionen:

In Pipedrive:

  1. Einstellungen → E-Mail-Vorlagen → Neue Vorlage erstellen
  2. Platzhalter einfügen: {{person.name}}, {{organization.name}}, etc.
  3. Vorlage kategorisieren (z.B. "Nach Meeting", "Follow-up", etc.)
  4. Team-Zugriff konfigurieren

In HubSpot:

  1. Vertriebs-Tools → Vorlagen → Vorlage erstellen
  2. Personalisierungstoken verwenden
  3. In Sequenzen integrieren
  4. Performance-Tracking aktivieren

Schritt 2: Team-Training durchführen

Kritischer Erfolgsfaktor: Die beste Vorlage ist wertlos, wenn Ihr Team sie nicht nutzt oder falsch anwendet.

Training-Agenda:

  1. Warum Vorlagen: ROI und Zeitersparnis demonstrieren
  2. Wann welche Vorlage: Klare Anwendungsszenarien definieren
  3. Wie personalisieren: Dos and Don'ts bei der Anpassung
  4. Tracking nutzen: Öffnungs- und Response-Raten interpretieren
  5. Feedback geben: Verbesserungsvorschläge systematisch sammeln

Schritt 3: Kontinuierliche Optimierung

Behandeln Sie E-Mail-Vorlagen wie ein lebendiges Dokument:

Monatliches Review:

  • Welche Vorlagen haben die höchsten Öffnungsraten?
  • Welche generieren die meisten Responses?
  • Welche Betreffzeilen performen am besten?
  • Welches Feedback kommt vom Team?

A/B-Testing: Erstellen Sie Varianten mit unterschiedlichen:

  • Betreffzeilen
  • Längen (kurz vs. detailliert)
  • Tonalitäten (formell vs. persönlich)
  • Call-to-Actions

Schritt 4: Sequenzen aufbauen

Verbinden Sie Ihre Vorlagen zu intelligenten Sequenzen:

Beispiel-Sequenz "Neukunden-Akquise nach erstem Kontakt:"

  • Tag 1: Vorlage 1 (Nach Meeting)
  • Tag 3: Follow-up mit zusätzlicher Ressource
  • Tag 7: Vorlage 4 (Follow-up mit neuen Insights)
  • Tag 14: Vorlage 2 (Anfrage nach Abstimmungsstatus)
  • Tag 21: Vorlage 5a (Weiche Abschieds-E-Mail)

Psychologische Prinzipien erfolgreicher Follow-up-E-Mails

Prinzip 1: Reziprozität

Die Regel: Menschen fühlen sich verpflichtet, Wert zurückzugeben, wenn sie Wert erhalten.

Anwendung: Liefern Sie in jedem Follow-up echten Mehrwert - Case Studies, Insights, relevante Artikel, Branchen-Analysen. Ihre E-Mail sollte auch ohne Geschäftsabschluss wertvoll sein.

Prinzip 2: Commitment und Konsistenz

Die Regel: Menschen streben nach Konsistenz mit früheren Aussagen und Handlungen.

Anwendung: Referenzieren Sie spezifische Aussagen aus früheren Gesprächen ("Sie hatten erwähnt, dass..."). Erinnern Sie sanft an vereinbarte nächste Schritte.

Prinzip 3: Social Proof

Die Regel: Menschen orientieren sich an dem, was andere ähnliche Menschen tun.

Anwendung: Erwähnen Sie Erfolgsgeschichten vergleichbarer Unternehmen, Branchen-Benchmarks, Anzahl zufriedener Kunden in ähnlichen Situationen.

Prinzip 4: Knappheit

Die Regel: Menschen wollen stärker, was knapp oder zeitlich begrenzt ist.

Anwendung: Begrenzte Angebote, Kontingente, Zeitfenster - aber immer authentisch und ethisch. Manipulative Fake-Knappheit beschädigt langfristig Ihr Vertrauen.

Prinzip 5: Autorität

Die Regel: Menschen folgen Experten und etablierten Autoritäten.

Anwendung: Referenzieren Sie Studien, Forschungsergebnisse, Auszeichnungen. Positionieren Sie sich als Branchenkenner, nicht als Verkäufer.

Häufige Fehler bei E-Mail-Vorlagen (und wie Sie sie vermeiden)

Fehler 1: Zu generisch

Symptom: Die E-Mail könnte an jeden gesendet werden.

Lösung: Mindestens drei spezifische, personalisierte Elemente pro E-Mail:

  • Konkrete Herausforderung des Kunden
  • Spezifisches Branchenbeispiel
  • Individuelle nächste Schritte

Fehler 2: Zu lang

Symptom: E-Mails mit mehr als 250 Wörtern werden selten komplett gelesen.

Lösung: Faustregel: 150-200 Wörter. Nutzen Sie:

  • Kurze Absätze (2-3 Zeilen maximal)
  • Bullet Points für Aufzählungen
  • Zwischenüberschriften für längere Mails
  • Klare visuelle Hierarchie

Fehler 3: Kein klarer CTA

Symptom: Der Empfänger weiß nicht, was er tun soll.

Lösung: Ein klarer, spezifischer Call-to-Action:

  • Was soll passieren?
  • Bis wann?
  • Wie genau? Beispiel: "Können Sie mir bis Freitag, 12:00 Uhr mitteilen, ob Dienstag, 14:00 Uhr oder Mittwoch, 10:00 Uhr für ein 20-minütiges Telefonat besser passt?"

Fehler 4: Ich-zentriert statt Kunden-zentriert

Symptom: Viele "Ich/Wir"-Formulierungen, wenige "Sie/Ihr"-Formulierungen.

Lösung: Perspektivwechsel. Statt:

  • "Ich würde gerne..." → "Sie erhalten..."
  • "Wir bieten..." → "Sie profitieren von..."
  • "Ich möchte Ihnen zeigen..." → "Sie werden sehen..."

Fehler 5: Fehlende Nachverfolgung

Symptom: E-Mail wird versendet, aber nicht getrackt oder nachverfolgt.

Lösung:

  • CRM-Erinnerung für Follow-up setzen
  • Öffnungs-Tracking aktivieren
  • Response-Deadline definieren
  • Alternative Kontaktkanäle vorbereiten

FAQ: E-Mail-Vorlagen im B2B-Vertrieb

Wie viele Follow-up-E-Mails sind zu viel?

Es gibt keine universelle Regel, aber Richtwerte aus der Praxis:

Für warme Leads (hatten bereits Kontakt): 5-7 Touchpoints über 3-4 Wochen sind akzeptabel, wenn jeder Touchpoint Mehrwert liefert.

Für kalte Leads: 3-4 Touchpoints über 2 Wochen, dann pausieren oder anderen Kanal nutzen.

Entscheidend ist: Liefern Sie in jedem Kontakt neuen Wert. Wenn Sie nur "nachfragen", ist bereits der zweite Versuch zu viel.

Soll ich E-Mails morgens oder nachmittags versenden?

Studien zeigen unterschiedliche Ergebnisse je nach Branche und Zielgruppe.

Generelle Erkenntnisse für B2B:

  • Höchste Öffnungsraten: Dienstag-Donnerstag, 8:00-10:00 Uhr
  • Höchste Response-Raten: Dienstag-Donnerstag, 13:00-15:00 Uhr
  • Vermeiden: Montag vor 10:00 Uhr (Inbox-Überlastung), Freitag nach 15:00 Uhr

Wichtiger als der perfekte Zeitpunkt: Testen Sie mit Ihrer spezifischen Zielgruppe und nutzen Sie CRM-Analytics.

Wie persönlich sollten Follow-up-E-Mails sein?

Die Balance: Professionell, aber menschlich.

Empfehlung:

  • Formelle Anrede behalten (Herr/Frau [Name])
  • Professionelle Sprache, aber nicht steif
  • Persönliche Elemente: Bezug auf konkrete Gesprächsinhalte
  • Humor nur, wenn es zur Branche und Beziehung passt
  • Niemals: Übertriebene Kumpelhaftigkeit bei Erstkontakt

Soll ich Emojis in B2B-E-Mails verwenden?

Faustregel: Sparsam und kontextabhängig.

Ja: In informellen Follow-ups nach etablierter Beziehung, in Start-up/Tech-Umfeldern Nein: In Erstkontakten, in konservativen Branchen (Finanz, Legal, Pharma), in formellen Angeboten

Wenn, dann: Maximal 1-2 pro E-Mail, nur zur Betonung, niemals als Ersatz für Worte.

Wie gehe ich mit Non-Respondern um?

Nach 3 unbeantworteten E-Mails:

  1. Kanal wechseln: Telefonanruf, LinkedIn-Nachricht, postalische Mail
  2. Vorlage 5 nutzen: Abschieds-E-Mail mit "Permission to close"
  3. Langfrist-Nurturing: In quartalsweise Newsletter-Liste aufnehmen
  4. Timing überdenken: Erneuter Kontaktversuch in 6-12 Monaten

Wichtig: Respektieren Sie Nicht-Interesse. Hartnäckigkeit ist gut, Belästigung schadet Ihrer Marke.

Wie messe ich den Erfolg meiner E-Mail-Vorlagen?

KPIs, die Sie tracken sollten:

  1. Öffnungsrate: Benchmark B2B: 15-25 Prozent
  2. Response-Rate: Benchmark B2B: 5-10 Prozent
  3. Click-Through-Rate: Auf Links im E-Mail-Body
  4. Conversion-Rate: Vom E-Mail-Versand zum vereinbarten Termin
  5. Time-to-Response: Wie schnell antworten Empfänger?

Optimierungspotenzial identifizieren:

  • Öffnungsrate niedrig → Betreffzeile optimieren
  • Response-Rate niedrig → Content oder CTA optimieren
  • Hohe Öffnung, niedrige Response → Wertversprechen schärfen

Sollte ich bei jedem Follow-up die Betreffzeile ändern?

Ja, definitiv.

Warum: E-Mail-Clients gruppieren E-Mails mit identischen Betreffzeilen in Threads. Das kann dazu führen, dass Ihre neue E-Mail übersehen wird.

Taktik:

  • E-Mail 1: "Meeting-Zusammenfassung [Unternehmen]"
  • E-Mail 2: "Versprochene Ressourcen für [Unternehmen]"
  • E-Mail 3: "Neue Insights zu [spezifisches Thema] - [Unternehmen]"
  • E-Mail 4: "Zeitpunkt für Evaluierung? - [Unternehmen]"

Fazit: E-Mail-Vorlagen als strategischer Wettbewerbsvorteil

E-Mail-Vorlagen sind weit mehr als eine Zeitersparnis für Ihr Vertriebsteam. Sie sind ein strategisches Instrument, das Ihre Vertriebsorganisation transformieren kann:

Die messbaren Vorteile

Zeitersparnis: 30-60 Minuten pro Vertriebsmitarbeiter pro Tag = 2,5-5 Stunden pro Woche = 10-20 Stunden pro Monat

Bei einem Team von 10 Vertriebsmitarbeitern: 100-200 Stunden gewonnene Vertriebszeit pro Monat, die in Beratung, Networking und Abschlüsse investiert werden kann.

Konsistenz: Jeder Kunde erhält die gleiche professionelle Kommunikation - unabhängig davon, welcher Vertriebler zuständig ist oder wie dessen Tagesform ist.

Skalierbarkeit: Neue Mitarbeiter können sofort mit Best-Practice-Kommunikation arbeiten, statt monatelang ihre eigenen Formulierungen zu entwickeln.

Optimierbarkeit: Sie können datenbasiert identifizieren, welche Formulierungen, Betreffzeilen und Strukturen die besten Ergebnisse liefern.

Die qualitativen Vorteile

Professionalität: Sie demonstrieren Systematik, Zuverlässigkeit und Sorgfalt.

Persistenz: Sie können hohe Kontaktfrequenzen aufrechterhalten, ohne Ihr Team zu überlasten.

Positionierung: Durch wertstiftende Follow-ups positionieren Sie sich als Berater, nicht als Verkäufer.

Ihre nächsten Schritte

  1. Diese Woche: Laden Sie die 5 Vorlagen in Ihr CRM hoch und passen Sie sie an Ihre Branche an
  2. Nächste Woche: Führen Sie ein 60-minütiges Team-Training durch
  3. Nächster Monat: Erstes Review - welche Vorlagen performen am besten?
  4. Nächstes Quartal: A/B-Tests für Optimierung starten

Die Vertriebswahrheit: Sie müssen Ihre Konkurrenten mit Geschwindigkeit UND Qualität schlagen. E-Mail-Vorlagen geben Ihnen beides.

Effektive Follow-ups ermöglichen es Ihnen, die Kontrolle über Ihren Verkaufszyklus zurückzugewinnen. Sie halten Ihre Pipeline sauber, Ihren Vertriebsprozess konsistent und Ihre Erfolgschancen maximal.

Beginnen Sie heute. Die Unternehmen, die in Ihrer Branche morgen dominieren, sind die, die heute ihre Prozesse systematisieren.


Über den Autor: Maximilian Thieme ist Vertriebsexperte und Pipedrive-Spezialist mit über 18+ Jahren Erfahrung in der Implementierung und Optimierung von Vertriebsprozessen. Gemeinsam mit seinem Team hilft er Ihnen das Maximum aus Ihrem Pipedrive CRM herauszuholen.

Download: Holen Sie sich alle 5 E-Mail-Vorlagen als bearbeitbare Word-/Google-Docs-Datei

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